Die Rettung des Abendlandes

von TOMAK

Das Anfertigen von Ausstellungen geht bei mir einher mit dem Sammeln von Daten. Die Einladung, in Linz eine Ausstellung zu machen, und zwar mit dem Auftrag, sich auch ein wenig dieser Stadt künstlerisch zu widmen, nahm ich zunächst wohlwollend an. Wie nähert man sich am besten einer Stadt? Ich sage: am besten von oben. Und so landete ich am Adolf-Hitler-Flughafen von Linz, fuhr über den Arno-Breker-Boulevard vorbei an den Reichskunsthallen direkt an die braune Donau zu den Göring-Stahlwerken. Nicht nur Wien ist eine Perle. Hitler ging hier zur Schule. Hitler hielt hier nach dem Anschluss seine erste Rede im einverleibten Österreich. Österreich wählte sich dieses Schicksal – so wie Deutschland sich sein Schicksal wählte. Ihr Menschlein sucht stets nach der inhumansten Lösung, da ihr aus ihr Ordnung erhofft. Ihr kleidet euer gesamtes Dasein in Ordnungssysteme – Betriebssysteme. Ihr automatisiert euch. Ihr selbst werdet zum Automaten, der funktionieren möchte – die Mensch-Maschine. Eine Maschine ist ein Gerät mit durch ein Antriebssystem bewegten Teilen. Der Informationsfluss spielte zuerst in feinmechanischen Geräten eine Rolle, ist heute aber in fast allen Maschinen von Bedeutung. Aufgrund der antiken Bedeutung (vgl. „Deus ex Machina“) wurde die Maschine bis in die Neuzeit hauptsächlich als Mittel zur Täuschung – dem Erzeugen unnatürlicher, also unmöglicher Effekte – und erst in zweiter Linie als Arbeitshilfe verstanden. Nun, aus der Distanz gesehen, sind diese Wesen, die diesen Planeten zu beherrschen glauben, nichts weiter als Arbeiter – Roboter. Sie wissen, dass sie sterben werden und haben dennoch nichts Besseres mit ihrer Zeit anzufangen, als zu arbeiten, um in dieser Gesellschaft genannten Menschheit zu funktionieren für eine Zukunft, die es im kosmischen Sinne nicht gibt. Die Traumwelt von Gott und seinen Moralitäten gibt dem Arbeiter Halt. Diesen Halt verlangt er auch von politischen Systemen. Halt, Ordnung und Sicherheit. Dies alles ist das Gegenteil von Freiheit, denn Freiheit ist die Ursache allen Übels, wie wir wissen. Diese Spezies macht sich selbst glauben, etwas Höheres zu sein – sie ist jedoch nichts weiter als ein Tier oder wie Nietzsche in einer goldenen Stunde erklärte: ein kluges Tier. „In irgend einem abgelegenen Winkel des in zahllosen Sonnensystemen flimmernd ausgegossenen Weltalls gab es einmal ein Gestirn, auf dem kluge Thiere das Erkennen erfanden. Es war die hochmüthigste und verlogenste Minute der Weltgeschichte: aber doch nur eine Minute. Nach wenigen Athemzügen der Natur erstarrte das Gestirn, und die klugen Thiere mussten sterben. – So könnte jemand eine Fabel erfinden und würde doch nicht genügend illustriert haben, wie kläglich,

Welcome to Goering City, TOMAK, Öl und Acryl auf Leinwand 2015

Welcome to Goering City, TOMAK, Öl und Acryl auf Leinwand 2015

schattenhaft und flüchtig, wie zwecklos und beliebig sich der menschliche Intellekt innerhalb der Natur ausnimmt; es gab Ewigkeiten, in denen er nicht war; wenn es wieder mit ihm vorbei ist, wird sich nichts begeben haben.“ (Nietzsche) Nach diesen kosmischen Wahrhaftigkeiten traf es sich prächtig, dass ich mit Johannes Kepler verabredet war. Im Café Paula Wessely, das direkt am Fluss gelegen ist, saß er und wartete schon auf mich. Ein ausgemergelter, getriebener Rechner. Seine Augen tränten stetig. Er konnte kaum aufschauen. In der linken Hand hielt er ein Stofftaschentuch. Er trank braune Brause. Das erinnerte mich an bessere Tage, als ich mit meinem Vater im Wirtshaus saß und er bei einem Coca-Cola feststellte, dass die Amerikaner keine Kultur hätten. Dem Deutschen ist eben nicht bewusst, was Kultur ist. Der Deutsche an sich ist ein Waldmensch – und diese Waldmenschen kreuzten sich danach mit den Alpenländlern. Es entstand eine Art Schweinerasse – so wurde aus dem Grüßen das Grunzen. Auch die Vornamen der Damen wurden zunehmend nordisch: Heike, Ulrike, Ursula – sie ersetzten nach und nach die Heiligen des Südens. Welcome to Göring City, dachte ich mir. Aus dem Volksempfänger waren zwei Kabarettisten zu hören, die bezahlt vom Reich Witzchen über die Obrigkeit machten, damit sich der Bürger sicher fühlt. Witzemann und Stresemann, die auch wöchentlich im TV ihren Dreck zum Besten geben, witzelten über irgendeinen Grenzzaun im Süden – damit die Negerlein die Rasse nicht verunreinigen. „Ach, Kepler“, seufzte ich, „wer hätte gedacht, dass die Alternativkultur direkt in diese Öde führt?“ Kepler antwortete: „Das war doch auszurechnen, großer Meister. Die Einform und der Stumpfsinn der elektronischen Musik waren doch geradewegs Vorboten dieser Entwicklung. Die urbane Jugend im vorigen Jahrhundert plätscherte sich direkt in diese Einform hinein. Massenberieselung – Ausdruck der beginnenden Degeneration einer sich abgrenzenden Gesellschaft. Gleichform – Gleichschritt – Stechschritt. Ein eintöniger Rhythmus ist gut fürs Volk. Alle gleichen sich – alles ist gleich, und alles ist ihnen gleich. Die Musik der kleinen Leute eben. So wie die Kunst gleichgültige Dekoration wurde und dazu ein bisschen Gegenständlichkeit. Man erkennt das immer dann, wenn der Hyperrealismus wieder auflebt. Flughafenbilder oder Papstportraits. Oder vom Oberreichskünstler ein gemaltes blutendes Kind. Das sind Künstler für den kleinen Mann. Da kann er mitleiden – da fühlt er sich betroffen, wenn ein blondes Kindlein Blut auf dem Hemd hat. Da fühlen sich die Weiber direkt im Unterleib berührt, und das gefällt dem Führer, wenn sein Volk durch ein wenig Moralin, das ins Hirn gepumpt wird, das jedoch nur noch aus Brei besteht, sich betroffen fühlt. Deutschtümelei ist das. Die Künstler malen Gartenhecken, und die Bürger züchten Gartenhecken. Schrebers Erbe. TOMAK, erinnere dich, als du den deutschen Bundesadler gezeichnet hast. Nicht einmal deine Kunsthändlerin begriff die Botschaft. Sie begriff nicht einmal, dass dies der Bundesadler war. Das ist das Los der feinen Geister – feine Geister sind immer ein wenig böser, schneller, exakter und werden deshalb verkannt. In dieser Masse von Stumpfsinn, der gar diese Kunstgesellschaft befallen hat – befallen musste durch die Degeneration der Käuferschaft –, sind wir Sehenden, wir Forschenden, wir Wissenschaftler, wir Störer, wir, die wir das Ding an sich errechnen und oft gar das gesamte Universum auf den Kopf stellen, nicht erwünscht – ganz einfach. Man möchte solche Unruhegeister nicht.“ „Lieber Kepler, deine Worte sind weise wie immer – das ist die Weisheit des Rechners – des Erkenners. Genießen wir doch noch den Ausblick – du weißt, Kepler, die Schisaison beginnt bald, und dann marschieren sie wieder im Einform-Rhythmus hinter den Blaskapellen her – die Bergbauernbuben in bunten Dressen und Helmen die Berge hinauf –, dort wo sie hergekommen sind, um wieder runterzufahren – die Weltstars des Alpenlandes – die höchste Form des Schwachsinns.“ Kepler: „Es geht immer schlimmer!“ Besorgt fragte ich: „Schlimmer als die Schifahrer?“ Kepler: „Durch das tägliche Sterneschauen wird alles zum Schwachsinn, was die hier unten treiben – alle gefangen in einer unbezwingbaren Langeweile – 8 Stunden Arbeit – 8 Stunden Freizeit – 8 Stunden Schlaf – macht 24 Stunden Schwachsinn. In ihrer Freizeit torkeln sie wer weiß wohin und wer weiß warum …“ Ich trank Bier, das Einzige, das besser wurde – alles andere degenerierte schlicht und einfach. Friseure konnten nicht mehr Haareschneiden, Kellner nicht mehr servieren, Köche kochten nicht – sie waren Schauspieler geworden, und die Schauspieler wurden direkt aus den Bundesländern ans Reichsburgtheater berufen – mussten davor aber in Polizeifernsehserien mitwirken – am besten mit Hund. Das Gespräch mit Kepler, diesem großen Philosophikus, lenkte meine Gedanken ein wenig von dieser Niederträchtigkeit in höhere Sphären. Diese Treffen waren Tradition geworden – obgleich wir beide von Tradition nichts hielten. Danach überquerte ich die von Albert Speer errichtete Reichsbrücke und blickte in den Abgrund, und es ekelte mich vor diesen lieblosen Brachialbauten, in denen sich die Menschen als das ausmachen, was sie sind: Ameisen. So wollte es euer Führer. Zur Befriedung ein Bierzelt. Ein Schützenfest. Gebackene Augenringe und als Sahnehäubchen euer Gabalier – LINkZ zwo drei vier – in den Massenmord! Wo ist da euer Gott? Ist er am Ende einer von den anderen? Gar ein Jude? Man nannte die Oberösterreicher da, wo ich herkomme, Mostschädln. Heute sagt man: Göringköpfler. 4 Holzkisten mit purem Morphium hat er immer dabei, der Onkel Hermann. Wahrscheinlich, um Adolfs Gedankengewächse zu ertragen. Onkel Hermann erzählt immer wieder gerne seine Pariser Geschichten – und vor allem jene, als er vor dem damaligen Louvre, der heute unter dem Namen Museum goldener Abendland- und Reichsapfelkunst bekannt ist, mit seinem fliederfarbenen Rolls-Royce Phantom vorfuhr, chic gekleidet in seiner weißen „Head of the Luftwaffe“-Uniform und zum Auto passende fliederfarbene Überkniestiefel trug. Onkel Hermann hat sich das Beste an Kunst, was dort aufzutreiben war, mitgenommen für sein

Kepler in Lintz, TOMAK, Öl und Acryl auf Leinwand, 2015

Kepler in Lintz, TOMAK, Öl und Acryl auf Leinwand, 2015

Landhäuschen. Er holte die Meister heim ins Reich – in die bayrischen Berge –, dort wo sie hingehören. Und wie froh waren alle, als diese expressionistischen Bilder vernichtet wurden. Wie heil war da die Welt doch wieder. Die Mütter mussten keine Angst mehr vor der Entartung ihrer Töchter haben. Die Sittlichkeit nahm innerhalb von Monaten um mindestens 40 % zu. Und durch die Ausrottung der Missratenen brauchte man nun auch keine Angst mehr auf den Straßen zu haben. Die Welt wurde abermals um einiges heiler – ja fast heilig! Manche meinen, dies alles wirke nun ein wenig leblos. Man blickt ab und zu ein wenig neidisch auf die Länder der Untermenschen – aber schnell lenkt ein kleines Meisterstück von Richard Wagner von solch minderwertigen Sehnsüchten ab. Da frohlockt sogleich das Trachtenpärchen und pudert sich ein rassereines Kinderlein. So hat sich diese Bauernkultur wie auch diese Bauernrasse selbst gereinigt von unwertem Leben und von unwerten Gedanken. Die selbst ernannte Elite dieser Bauern strömt in die Städte, um ein Teil der besseren Gesellschaft zu werden. Der Adel samt seiner anhängenden Scheiße ist ihr Ziel. Das Ablegen der Jagdprüfung gilt als Eintrittskarte in die Welt der Degenerierten. Anstatt Bücher zu lesen, schießt man auf verwirrtes Getier. Bei jedem Schuss rinnt der braune Saft der überdimensionierten Schamlippen dieser grausigen Weiber in ihre Reitstiefel und wirkt hernach als Imprägnierung. Ausgezogen samt ihren Kuhaugen von den Kärntner Almen übernehmen sie Galerien oder arbeiten in Auktionshäusern. Sie haben nichts Anständiges gelernt, und es bleibt ihnen somit nichts anderes als der Kunstmarkt, den sie nach und nach unterwandern und ruinieren. Die Gier und ihre angeborene Bauernschläue triefen aus ihren Poren und – dazu der Gestank ihrer Stiefel – verpesten die Kunst. Tatsächlich trifft man nirgendwo so viel Deutschtümelei wie in der Kunstszene oder besser gesagt auf dem Kunstmarkt. Man verwechselt die Kunst mit der Arterhaltung der abendländischen Kultur. Kunst aber ist offen. Kultur ist ein Derivat der Kunst. Kunst steht über den Kulturen. Diese grobschlächtigen Weiber suchen ihren Prinzen – und sie finden ihn am Jägerball, und die durch die Kunst salonfähig gemachten Nazibuberln aus den Rechtsparteien stecken ihnen ihr Schwarzgeldröllchen in ihren gebleichten Anus, um sich über die Kunst in diese „bessere“ Gesellschaft einzukaufen. Heil Arminius! JUNGE RÖMER Als Falco mit seiner ersten Platte einen weltweiten Hit landete, stellte sich die Frage, wie sein nächstes Werk sich wohl darstellen könnte. Die Menschlein haben Sehnsucht nach Neuem. Nun, was war von der zweiten Platte da zu erwarten? Wie sollte man das angehen? Die erste Platte, Einzelhaft, war ein über Jahre gewachsenes Konglomerat aus Songs, die sich aus dem organischen Kompost der Postpunk-Kultur herausbildeten. Der Stil war der Stil der Zukunft. Von der Zukunft eingeholt, saß dann der Falke in seinem Horst und begann, Konzepte und Sätze zu entwickeln. Falco funktionierte. Das allein war Überraschung genug. Robert Ponger, der feinste Produzent und Arrangeur, tüftelte an der Struktur der Songs, und Falco, dieses Pin-up der Achtzigerjahre, tüftelte an sich. Beide wollten Neues schaffen und sich nicht wiederholen. Was dann nach langer Wartezeit herauskam war: gereinigtes Sein. Schlanke Musik mit chicen Worten. Die Menschlein aber verstanden das nun nicht mehr. War Falco auf Einzelhaft noch der Hansi gewesen – ein angreifbarer rotziger Schönling –, so wurde er nun zum nihilistischen Überflieger, der sogar die Nähe zum Schlagerkitsch nicht zu scheuen brauchte, da er keiner mehr von euch Menschlein war. Als die Scheißproleten und die Bauernbuben vom Land ihn aber immer wieder mit „Hansi! Hansi! Hansi!“-Sprechchören auf die Bühne holen wollten, überkam den Künstler eine heilige Übelkeit. Da möchte man sich entfremden und ist der

LINKZ ZWO DREI VIER, TOMAK, Öl auf Leinwand 2015

LINKZ ZWO DREI VIER, TOMAK, Öl auf Leinwand 2015

Widersprüchlichkeit einer Abhängigkeit von einem Publikum ausgesetzt. Die Menschlein wollten diese Überheblichkeit stürzen sehen – und er stürzte. Dennoch halte ich gerade Junge Römer für seine beste Arbeit. Unterkühlt und gereinigt von den täglichen Drangsalen der Menschlein. Die Menschlein aber wollen allzu Menschliches und hören lieber einem Wolfgang Ambros zu, wie er sich in die Goschn scheißt. Wer offen Menschen verachtet, bekommt, vor allem, wenn er von Menschen lebt – wie wir alle –, von diesen Menschen die Rechnung präsentiert. Nun, auch ich verachte und schreibe das auch auf meine Bilder oder in eure Fressen. Wie ihr wollt. Ein Künstler ist jemand, der immer über der Gesellschaft steht und somit immer über den Menschlein zu stehen hat, um sie besser lesen zu können. So wie Falco keiner von euch war – bin auch ich keiner von euch. Wenn irgendjemand sagte, er sei Musiker – wusste Falco, dass er irgendetwas anderes war. So geht es mir mit Künstlern. Musiker und Künstler menscheln. Menscheln ist etwas Ähnliches wie stinken. Es ist nicht künstlich – es hält keine Distanz. Es ist ist nicht kalt genug. Künstler wie John Zorn oder Einstürzende Neubauten und Falco bildeten den jungen heranwachsenden Antikünstler TOMAK aus. Maschinen, mit denen der Prolo seine Häuser baut, waren die Instrumente, die diese Neubauten wieder einstürzen ließen – Engel der Vernichtung – Engel der Verdichtung. John Zorn durchbrach die Eintonmusik des vorigen Jahrhunderts mit seiner Band Naked City, indem er mit List und Intelligenz die Jazzmusik für alle anderen Genres öffnete – so will ich es auch mit meinen Bildern handhaben. Stilprägend für Falco war mein höchst verehrter O. W. Fischer – noch so jemand, der die Abkehr von den Menschlein zur Kunst erklärte. Nun, ich habe mit irgendwelchen Künstlern nichts am Hut und habe mir aufgrund meines Übertalentes nie wirkliche Arbeit antun müssen. Die Dinge machen sich von selbst. Das ist jene unermessliche Schöpferkraft, die aus dem Spiel und dem Fasten kommt – dem Fasten von den Menschlein. Immer wieder kommen die Menschlein auf mich zu – ich ziehe sie an wie das Licht die Motten. Alle wollen sie mich berühren – mich vermenschlichen. Ich erachte jedoch gerade das Menschliche als das größte Hemmnis gegenüber dem Leben und hier vor allem gegenüber der Kunst. Alles, was menschlich ist, ist eine Ausrede. Man muss den Menschen ihre Ausreden wegnehmen. So wie Falco sich das Album Junge Römer erarbeitete und nicht anders ging ich an die Ausstellungskonzeption für LINkZ heran. Das beginnt bei dem Namen LINkZ, den ich geboren habe, und endet bei Onkel Hermanns Morphiumkisten, in die ich kühne Arrangements eingearbeitet habe. Poetische Verdichtungen. Assoziative Anwandlungen – Stolpersteine für eure Augen. Meine Sätze – Zungenbrecher. Meine Bilder – Augenbrecher. Strotzend vor Kälte strahlen meine schwarzen Gemälde. Der kühle Chic des Entarteten, die enthäuteten Leiber neben erschossenen Negerstudenten – aber immer schön mit Krawatte –, so zeigt sich mein neues „Album“.

Der Enthäutete
Der Enthäutete ist keiner Rasse zuzuordnen – er steht für das Menschlein. In Distanz zu all euren Taten urteile ich nicht, sondern ich entdecke und zeige für euch auf. Neue Sterne und neue Umlaufbahnen habe ich euch errechnet. Lasset uns statt Ellipsen wieder Kreise ziehen – Johannes möge mir verzeihen –, aber lasset uns nie wieder hoffen oder beten! ICH WAR LILLY ST. CYR Linz mangelt es an Persönlichkeiten. Viel mehr als Hitler und Bruckner und die kurze Anwesenheit von Johannes Kepler ist für das Kunstmachen nicht geblieben. Bruckner hat angeblich recht flott herumgeorgelt. Nun gut. Ich habe Monotoni Bruckner ein, zwei Blätter gewidmet, und euren Führer Hitler habe ich euch als Braunbär verewigt. Was mir fehlte in meinen Datensammlungen war die weibliche Seite – Linz, wo sind deine Weiber? So musste ich einen Kunstgriff wagen – zum Glück bin ich Künstler – und wählte mir die heilige deutschstämmige Sandra Bullock, und ich verwandelte mich in die Hure Lilly St. Cyr. Beide recht scharfe Hasen. Natürlich hätte ich aus politischer Korrektheit auch eine fette oder hässliche Alte nehmen können – habe diesen Gedanken aber wieder verworfen. Das überlasse ich dann doch den KünstlerInnen, die sich um diese Problemzonen mehr sorgen als ich. So habe ich Sandy und mich als Lilly in Themenkreise wie „Religion und Sittlichkeit“ oder „Wer hat den besseren Arsch“ eingewoben. Diese Fragen und einige mehr galt es zu klären, und manches Mal ist mir dies sogar gelungen. Also, liebe Kunstsinnige – dieser Text ist sogleich Einführung wie Ausführung in und aus meinem „Black Album“ TOMAK LINkZ.