Putins Ballerina

von Lukas Pusch

Heftige Plagiatsvorwürfe gegen Jeff Koons und sein neuestes Werk „Seated Ballerina“.
Ob gegen den US-Künstler erneut eine Klage eingebracht wird ist offen.

 

Seated Ballerina, 2017 © Jeff Koons / Photo: Tom Powel Imaging

Jeff Koons „Seated Ballerina“ vor dem Rockefeller Center in New York.
Seated Ballerina, 2017 © Jeff Koons / Photo: Tom Powel Imaging

Jeff Koons gehört zu den wichtigsten und teuersten US-Künstlern der Gegenwart. Sein jüngstes Werk „Seated Ballerina“ ist die neue Attraktion in New York. Die 14 Meter hohe aufblasbare Skulptur vor dem Rockefeller Center ist nicht zu übersehen. Fotos des neuen Kunstwahrzeichens gingen durch die Weltpresse. Ausgangspunkt für Koons Ballerina war eine „kleine gefundene Porzellanfigur“. Koons: „Die auf einem Hocker sitzende und nach vorne gebeugte Ballerina symbolisiert Ideen von Schönheit und Verbundenheit. Ihre reflektierende Oberfläche spiegelt ihre unmittelbare Umwelt und beschäftigt sich mit jedem Betrachter.“

Jeff Koons will, laut Pressemitteilung, mit der Ballerina-Installation auf den Monat der vermissten Kinder aufmerksam machen. Organisationen wie das International Centre for Missing & Exploited Children sollen mit der imposanten Skulptur in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung gerückt werden.

Weniger karitativ, eröffnete Jeff Koons zeitgleich eine Soloshow bei Gagosian in Beverly Hills, bei der eine über zwei Meter große Version der aufgeblasenen Vermisste-Kinder-Ballerina aus poliertem Edelstahl zum Kauf angeboten wird. Der Preis für derartige Skulpturen bewegt sich bei Koons im zweistelligen Millionenbereich. An der 2016 fertig gestellten Edelstahlskulptur arbeitete Koons sechs Jahre. Sie gehört zu seinem „Antiquity“ Zyklus.

Bereits 2015 ließ er zusätzlich eine Serie von fünfzig bemalten Holzskulpturen plus zehn Künstlerexemplare der Figur produzieren. Eine der rund 45cm großen Holz-Ballerinas wurde im März um 52 500 Pfund bei Sotheby’s in London versteigert.

Lado Pochkhua

Der Künstler Lado Pochkhua war einer der ersten der Jeff Koons kritisierte

Der georgische Künstler Lado Pochkhua war einer der ersten der Jeff Koons „Seated Ballerina“ kritisierte

Jeff Koons dürfte sich mit der „gefundenen Porzellanfigur“ also schon länger beschäftigen. Umso bemerkenswerter ist es daher, wie wenig wir von Jeff Koons über die „kleine gefundene Porzellanfigur“ erfahren, die er angeblich zur „Jahrtausenwende“ in einer „russischen Fabrik fand“. Denn diese rund 20 cm große Figur, die Koons mehr oder weniger 1:1 lediglich in eine andere Größe und ein anderes Material transferierte, ist nicht irgendeine Porzellanfigur. Es handelt sich dabei um die Arbeit „Балерина Леночка“ (Ballerina Lenotschka) der sowjetischen Bildhauerin Oksana Leontevna Schnikrup. Die Künstlerin, 1931 im sibirischen Tschita geboren, studierte nach dem Krieg auf der renommierten Grekov Kunstschule in Odessa Bildhauerei. Aus der Grekov Kunstschule kamen berühmte Künstler wie Wassily Kandinsky oder Leonid Pasternak, Vater des Schriftstellers von Boris Pasternak. Beim Studium lernte Oksana Schnikrup auch ihren späteren Ehemann Wladislaw Iwanowitsch Shcherbina kennen. Shcherbina war ebenfalls ein in allen Ländern der ehemaligen Sowjetunion bekannter Bildhauer, der bis ins hohe Alter künstlerisch aktiv blieb.

Nach dem Studium begannen beide für die Kievskij eksperimentalnyj keramiko-chudoschestwennyj sawod – KEKCHS zu arbeiten. Die 1924 gegründete und 2006 geschlossene Fabrik war, bis zur späteren Unabhängigkeit der Ukraine, ein Flaggschiff der sowjetischen Porzellan Manufaktur. Werke Oksana Schnikrups und auch ihres Mannes finden sich heute in zahlreichen staatlichen Museen und privaten Sammlungen. Sowjetisches Porzellan, vor allem aus der Vorkriegszeit, erzielt mittlerweile Spitzenpreise bei internationalen Auktionen.

Die 1973 entstandene Arbeit „Ballerina Lenotschka“ von Oksana Schnikrup wurde, wie damals üblich, in sehr hoher Stückzahl produziert. Sie wird bei russischen Internetauktionen und in Antiquariaten, je nach Zustand, um Preise zwischen 4000 und 10 000 Rubel (80 bis 200 Euro) gehandelt.

In ukrainischen Medien werden bereits offen Plagiatsvorwürfe erhoben.

Als Jeff Koons zur Jahrtausendwende die „kleine Porzellanfigur in einer russischen Fabrik findet“ wird der Chef des russischen Inlandgeheimdienstes Wladimir Putin neuer Chef im Kreml. Ob sich Putin und Koons damals in Russland begegneten, ist nicht bekannt. Putins Vorgänger im Präsidentenamt, Boris Jelzin, konnte seine letzte Wahl nur dank gigantischer finanzieller und medialer Unterstützung aus dem Ausland gewinnen.

Heute stehen die Vorzeichen anders. Heute werden Wladimir Putin und sein russischer Geheimdienst beschuldigt, hinter den Hackerangriffen auf die Mail-Server der Demokraten zu stehen, um so massiven Einfluss auf den Ausgang des US-Wahlkampfs ausgeübt zu haben.

US-Präsidenten Donald Trump war angetreten, um die Beziehungen mit Russland zu verbessern. Vielen in den USA ging und geht diese Annäherung jedoch zu weit und Donald Trump droht seit kurzem ein Amtsenthebungsverfahren wegen angeblichen Geheimnisverrats und Behinderung von unabhängigen FBI-Ermittlungen.

Donald Trump ist erklärtermaßen kein Anhänger zeitgenössischer Kunst. Umgekehrt ließ Jeff Koons im Rennen um das Präsidentenamt keinen Zweifel an seiner Vorliebe für Hillary Clinton. Trotzdem diagnostiziert der deutsche Kunstwissenschaftler Wolfgang Ullrich im eine Art von Wahlverwandtschaft.

Die Schriftstellerin Joyce Carol Oates twitterte im Wahlkampf, „Donald Trump is the Jeff Koons of US politics“, und stellte gleichzeitig die Frage, ob Koons nicht genauso der Trump des US-Kunstbetriebs sei. Der für den Guardian schreibende Kunstkritiker Jonathan Jones sieht in Trump und Koons parallele Phänomene, die viel dazu beigetragen hätten, den guten Geschmack und jegliches Feingefühl zu zerstören („to destroy taste, sensitivity“). Trump wie Koons wären die Gegenthese zur Behauptung, dass es für finanziellen Erfolg irgendein Talent brauche.

Zeitgleich mit der Enthüllung von Jeff Koons „Seated Ballerina“ wird auf der Internetplattform Breitbart der Artikel unter dem Titel „Wie die Linke und die US – Regierung Amerikas Kunst korrumpierte“ veröffentlicht. In dem tendenziös geschriebenen Text geht es um bewusste CIA Strategien nach 45, als Kunst zur Propagandawaffe im Kalten Krieg und zum ideologischen Spielball der Supermächte wurde. „Painting and sculpture was transformed by a radical shift in style. Traditionalism and aestheticism disappeared, replaced by abstract expressionism and postmodernity. But this didn’t happen by accident, or even organically: it was, at least in part, the deliberate product of social engineering.“ Worte, die jeder sowjetische Kulturfunktionär in seinem Kampf gegen “Загнивающий запад” den „Verrotteten Westen“ nicht besser hätte formulieren können. Eigentümer von Breitbart ist der Wahlkampfstratege, enge Berater und Vertraute Donald Trumps, Stephen Bannon.

Der Künstler Oleksandr Roytdurd freut sich über die Popularisierung ukrainischer Kunst. Andere Kommentatoren meinen, nicht ganz zu unrecht, Oksana Schnikrup sei eine sowjetische Künstlerin gewesen.

Der Künstler Oleksandr Roytdurd freut sich über die Popularisierung ukrainischer Kunst. Andere Kommentatoren meinen, nicht ganz zu unrecht, Oksana Schnikrup sei eine sowjetische Künstlerin gewesen.

Wie Trump, gilt auch Putin nicht als großer Freund von Gegenwartskunst. In der Bevölkerung der Länder der ehemaligen Sowjetunion gehören die 70iger Jahre unter Leonid Breschnew bis heute, zum beliebtesten Abschnitt in der Geschichte des von zahlreichen Kriegen und Krisen gebeutelten Russland.

Wladimir Putin bezeichnete den Zerfall der Sowjetunion 1991 als „die größte geopolitische Katastrophe“ des 20. Jahrhunderts. Die 70iger Jahre unter Breschnew standen für dessen Gegenteil.

Die 1973 entstandene Arbeit „Ballerina Lenotschka“ von Oksana Schnikrup kann auch als so etwas wie der in Porzellan gegossene Ausdruck dieser russisch-sowjetischen Sehnsucht nach Behaglichkeit gesehen werden. Sozialistischer Realismus für das Wohnzimmer des Proletariats am Zenit seines Wirkens. Die einstigen Parteikader und KGB-Funktionäre sind heute stinkreichen Oligarchen gewichen. Sowjetisches Porzellan wir heute in Chromstahl poliert. Wo einst der Abstrakte Expressionismus als Symbol der Freiheit in die Welt getragen wurde, wird heute eine Kleinplastik des Sozialistischen Realismus vor dem Rockefeller Center in New York aufgeblasen. Alle jubeln und keiner bemerkt es.

Was Oksana Leontevna Schnikrup zu all dem gesagt hätte, wissen wir nicht. Sie starb, kurz nach dem Ende der Sowjetunion, 1993 in Kiew. Auf jeden Fall hätte sie es verdient, namentlich erwähnt zu werden. Aber so ist das heute in der Kunst wie in der Gesellschaft. Wir wissen nicht, wohin die Reise geht. Unruhige Zeiten, ob mit oder ohne Putins Ballerina.

 

Die WIENWOCHE 

eine antistische Lesung im Wiener Gemeinderat

Berichte des ANTIST und des Stadtrechnungshofs über Subventionsseilschaften und das Kulturfestival WIENWOCHE sorgten in der Gemeinderatssitzung vom 7. April 2017 für eine leidenschaftliche Grundsatzdebatte über staatliche Abhängigkeit und die Freiheit der Kunst.

Auslöser war der Subventionsantrag des Trägervereins der WIENWOCHE über rund 450 000 Euro. In der einstündigen Debatte kritisierten Beate Meinl-Reisinger (NEOS) und Gerald Ebinger (FPÖ) die parteipolitische Nähe der Kunst- und Kultursubventionen scharf. Auch die Tatsache, dass staatliche Kunst- und Kultursubvention in erster Linie eine Subvention der Kunst- und Kulturbürokraie bedeutet, wurde an Hand der WIENWOCHE thematsiert. Zur Untermauerung wurde seitenweise Antist-Artikel zitiert und offenkundige Subventionsseilschaften an den Pranger gestellt… Für den ironischen Vorschlag, ein eigenes „Institut für Subventionskunde“ zu gründen, erntete FP-Kultursprecher Gerald Ebinger fraktionsübergreifenden Applaus.

Die Rechtfertigungen von Martin Margulies (Die Grünen) und seiner Parteikollegin Faika El-Nagashi fielen dürftig aus. Von der üblichen Strenge der Grünen im Umgang mit Steuergeld war nichts zu bemerken. Wie auch? Unter vorgehaltener Hand bestätigten führende grüne Kulturfunktionäre, die namentlich nicht genannt werden wollen, die pink-blaue Kritik. In seinem Schlussplädoyer versuchte Petr Baxant (SPÖ) zu kalmieren. Vergeblich, die Subventionen der stark gebeutelten WIENWOCHE wurden lediglich mit den Stimmen der Regierungskoalition durchgewunken.

Ein absurdes Schauspiel lieferte die Debatte um die Flächenwidmungsplan auf dem Gelände der Ankerbrotfabrik. Auf dem für Kunst- und Kulturinitiativen erschlossenen Areal wurden vor einigen Jahren neben Galerieräumen und Ateliers auch Lofts zu Wohnzwecken verkauft. Das führte zu einer produktiven Durchmischung von privatem Kunstengagement und alltäglichem Leben. SPÖ und Grüne lehnten eine Änderung des Flächenwidmungsplans zu Wohnzwecken im Gemeinderat, trotz heftiger Kritik der Opposition und zahlreicher Bürgerproteste, ab. Für die Bewohner der Ankerbrotfabrik bedeutet das Illegalität und Rechtsunsicherheit.

Das ist ein dramatisches Beispiel wie die Stadt Wien mit privatem Kunst- und Kulturengagement umgeht. Private Kunstinitiativen, die keine oder nur wenig staatliche Subvention erhalten, sind für die Kulturpolitik nicht kontrollierbar. Offensichtlich ein unhaltbarer Zustand für die hiesigen Kulturbürokraten. In anderen Städten wäre man froh, wenn man Orte wie den Kunstraum Sellemond hätte. In Wien, der Hauptstadt der vermeintlichen österreichischen Kulturnation, werden sie schikaniert.

 

Die WIENWOCHE
eine antistische Lesung im Wiener Gemeinderat

in den Hauptrollen:
Beate Meinl-Reisinger (NEOS)
Gerald Ebinger (FPÖ)
Martin Margulies (Die Grünen)
Ursula Stenzel (FPÖ)
Faika El-Nagashi (Die Grünen)
Petr Baxant (SPÖ)
u.v.a.


Folgende Artikel sind zum Thema bereits erschienen:

Die Lulus von der Künstlergewerkschaft
Wenn die Lulus zu brunzen beginnen
Es „antistelt“ im Wiener Gemeinderat
Wenn Lulus einen Brief schreiben
Frauen am Frauentag mit Klage drohen

Frauen zum Frauentag mit Klage drohen

Am 8. März, dem Internationalen Frauentag, trafen sich der Vorstand der IG Bildende Kunst, wie zuvor in einem Offenen Brief von den Gewerkschaftlern gefordert, mit der Wiener NEOS-Politikerin Beate Meinl-Reisinger. Beate Meinl-Reisinger hatte Berichte des Antist über das fragwürdige Verhalten der IG Bildenden Kunst im Zensurfall der Künstlerin Ines Doujak im Wiener Gemeinderat thematisiert und völlig zu Recht einen Förderantrag der Kunstgewerkschaftler abgelehnt (welcher mit den Stimmen der Regierungskoalition sowieso durchgewunken wurde). Der Antist berichtete ausführlich.

Im Unterschied zur öffentlichen Verunglimpfung der Künstlerin Ines Doujak in der eigenen Gewerkschaftszeitung, der öffentlichen, indirekten Beschimpfung der Künstler und Antist-Herausgeber TOMAK und Lukas Pusch als Lügner, der öffentlichen Forderung und Ankündigung eines Gesprächs mit Beate Meinl-Reisinger war das Treffen der subventionierten Kunstgewerkschaftler – siehe da – NICHT öffentlich zugänglich.

In Ihrer Auslage wirbt die IG Bildende Kunst für die Rechte der Frau. In geschlossenen Veranstaltungen wird Kritikerinnen mit Klage gedroht

In Ihrer Auslage wirbt die IG Bildende Kunst für die Rechte der Frau. Ihrer Kritikerin Beate Meinl-Reisinger drohen die subventionierten Frauenrechtler und Frauenrechtlerinnen am Frauentag mit Klage.

„Das Gesprächsergebnis mit Beate Meinl-Reisinger wird zeitgerecht veröffentlicht werden.“ verkündete, in klassischem Funktionärsdeutsch, der IG-Vorsitzende Alexander Jöchl. Die Geheimniskrämerei dürfte einen Grund haben. Offensichtlich ging es den Gewerkschaftlern bei dem Treffen weniger um eine offene Aussprache als die Einschüchterung einer politisch engagierten Frau. Denn, wie bekannt wurde, drohten die subventionierten Kunstbürokraten Beate Meinl-Reisinger schlicht „zu verklagen“.

Auf ihrem Facebook-Blog korrigierte Beate Meinl-Reisinger ihr Statement von der mitternächtlichen Rathausdebatte. Dort hatte sie gemeint, dass die IG Bildende Kunst die Zensur der Künstlerin Ines Doujak „geradezu verteidigt“ habe und „die Auffassung vertrat, dass das Werk der Künstlerin völlig zu Recht zensiert wurde“. Das stimmte, so formuliert, formaljuristisch natürlich nicht. Doch für die in der subventionierten Gewerkschaftszeitung diffamierte Künstlerin Ines Doujak machte das keinen Unterschied. Die Frage, ob die IG Bildenden Kunst die Verunglimpfung einer zensierten Kollegin selbst formuliert oder einer Kulturfunktionärin den Platz bietet, ihre eifersüchtigen Aversionen gegen Ines Dujak ausleben zu können, ist für die Betroffene irrelevant. Die Verteidigung der Freiheit der Kunst und die Unterstützung zensierter Kolleginnen sieht anders aus. Da wundert es auch nicht, wenn subventionierte Kultur-Apparatschiks politisch engagierten Frauen zum Frauentag mit Klage drohen.

 

P.S.
Laut WIENWOCHE hat die besagte Kulturfunktionärin „ihre Vorstandstätigkeit aus persönlichen und gesundheitlichen Gründen zurückgelegt“.  Ein Schelm, wer glaubt, dass dies mit den peinlichen Enthüllungen über die wirtschaftlichen Verflechtungen von WIENWOCHE und Vorstandsmitgliedern der IG Bildende Kunst zu tun hätte. Auch die anstehende Debatte über die Subventionen für WIENWOCHE im Wiener Gemeinderat sind rein zufällig.

P.S.2
Im Unterschied zur IG Bildenden Kunst scheut der Antist keine öffentliche Debatte.
Am Montag, dem 3. April, diskutiert Antist-Herausgeber Lukas Pusch, u.a. mit dem Kultursprecher der Grünen, Wolfgang Zinggl, über Freiheit der Kunst…

 

Montag, 03. April um 19:00 / Ateliertheater Wien

_________________________________________

35 Jahre Freiheit der Kunst

Podiumsdiskussion mit: Monika Piorkowska, Lukas Pusch, Marika Schmiedt, Angela Stief und Wolfgang Zinggl

Moderation: Talita Simek

 

Ateliertheater KG

Burggasse 71

1070 Wien

T: +43-650-5051025

office@ateliertheater.net

 

Folgende Artikel sind zu dem Thema im Antist bereits erschienen:

Das Comeback des Christian Rosa

von Lukas Pusch

Ein sensationelles Auktionsergebnis für den Künstler Christian Rosa bei Phillips in New York sorgte für großes Aufsehen in der Kunstszene. Mit 75 000 Dollar erzielte das Werk „Untitled“ von 2011, das Fünffache des oberen Schätzpreises.

Im Unterschied zu zahlreichen Kunst- und Kulturbürokraten aller Art finden und fanden die Antist-Herausgeber Lukas Pusch und TOMAK das Werk dieses Ausnahmekünstlers, völlig unabhängig von Preisschwankungen und Auktionsergebnissen, schon immer großartig. „Rosas Gelassenheit in seinen Kompositionen, die er in „musikalischer“ Weise im Stile eines alten Meisters, der längst auf die Gesellschaft zu verzichten gelernt hat, auf die Leinwände zaubert, entspringt einer tiefen Weisheit, die Bürokraten völlig fremd ist. Man vergleicht Rosa mit dem späten Miró oder Basquiat und hält ihm das vor. Das ist typisch österreichisch. Kunst kommt von Kunst. Rosas Lässigkeit, aber auch Bedächtigkeit im Farbauftrag und Bewusstheit in der Farbkomposition, seine Aufgeräumtheit und das Wissen um das „heilige“ Nichts, machen diesen Künstler zu einem Meister. Sein Ruhm hat jene ominösen 15 Minuten längst überdauert und wird irgendwelche Ausstellungsräume überdauern. Das Kleinmachen ist hierzulande genetisch bedingt. Mit allen Mitteln möchte man den Erfolg der Anderen mindern, um seine eigenen Unzulänglichkeiten auszugleichen. Gleichmacherei – das ist österreichisch – bäuerlich.“ schrieb TOMAK im Antist. Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.

 O.T. von Christian Rosa, 2011, Ölkreide, Öl, Bleistift und Kohle auf Leinwand, 200 x 240 cm Foto: courtesy of Phillips /Phillips.com

O.T., Ölkreide, Öl, Bleistift und Kohle auf Leinwand, 200x240cm, Christian Rosa, 2011
Foto: courtesy of Phillips/ Phillips.com

Aber das New Yorker Auktionsergebnis ist auch aus einem anderen Grund interessant. In der flächendeckend subventionierten österreichischen Kunst- und Kulturszene werden Kunstmarkt und Kunstauktionen grundsätzlich negativ gesehen. Das sensationelle Auktionsergebnis für Christian Rosa zeigt aber, dass der Kunstmarkt nicht zuletzt demokratischer ist als der staatlich geprägte österreichische Kunst- und Kulturbetrieb. Der Kunstmarkt kennt Auf und Abs. Diese Auf und Abs, auch wenn sie manchmal schmerzhaft sind, werden vom privaten Engagement einer kunstinteressierten Gesellschaft getragen. In der staatlichen Kunstszene entscheidet die parteipolitische Verwertbarkeit und Gefügigkeit der Kunst- und Kulturschaffenden. Die Auf- und Abs, werden hier von einer abgehobenen, kleinen, immer gleichen Schicht von Kunst- und Kulturbürokraten bestimmt. Ein System, in dem Kuratoren, Kunstprofessoren und deren Assistenten, gefügige Journalisten, Künstler und Galeristen Subventionen an Kuratoren, Kunstprofessoren und deren Assistenten,gefügige Journalisten, Künstler und Galeristen verteilen. Wer hier in Ungnade fällt, hat kaum Chancen auf ein Comeback. Die Konsequenzen sind eine lähmende ängstliche Stille im österreichischen Kunst- und Kulturbetrieb. Es wird Zeit, dass sich das ändert.

 

Wenn Lulus einen Brief schreiben

Es bleibt lustig: unter dem Titel „Ja, wir sind gegen Zensur“ schrieb der Vorstand der IG Bildende Kunst jetzt einen offenen Brief an die Wiener Neos-Chefin Beate Meinl-Reisiger. Wie der Antist berichtete, lehnten die NEOS in der 28. Wiener Gemeinderatssitzung, völlig zu Recht, einen Förderantrag der IG Bildende Kunst über 26 000 Euro ab. Zuvor kritisierte deren Partei-Chefin Beate Meinl-Reisinger den Umgang der Kunstgewerkschaftler mit Zensur.

Auslöser waren kritische Berichte im Antist über das schäbige Verhalten der Kunstapparatschiks im Zensurfall der österreichischen DOCUMENTA-Künstlerin Ines Doujak. Grund genug für den Vorstand der Subventionsgewerkschaft sich als Opfer einer üblen Lügenkampagne des Antist zu gebärden. Mangels Argumenten unterstellt die IG Bildende Kunst den Antist-Herausgebern TOMAK und Lukas Pusch schlicht zu lügen. Beate Meinl-Reisinger wird in dem Brief beschuldigt „mit der Reproduktion dieser Falschbehauptungen … eine Instrumentalisierung der Künstlerin Ines Doujak bzw. des Zensur-Skandals rund um ihre Arbeit fort (zu setzten).“ Meinl-Reisinger würde damit – man höre und staune – „zur Diffamierung ausgewählter Künstler_innen beitragen“. Anders gesagt: Nicht der Skandal ist ein Skandal, sondern das Aufdecken des Skandals. Und das Opfer dieses Skandals wird erst durch öffentliche Kritik an diesem Skandal zum Opfer!

Die graue IG Bildende Kunst

Die Büro- und Galerieräume der grau und unscheinbar wirkenden IG Bildende Kunst

Zur Erinnerung: Das schreibt jene IG Bildende Kunst, die als einziges Statement zur Zensur der Künstlerkollegin Ines Doujak  k e i n  Statement der Verteidigung in ihrer Gewerkschaftszeitung abdruckte, sondern, im Gegenteil, ein ganzseitiges Plakat, auf dem Ines Doujak unter der Losung „Contra el Rassismo“ vergewaltigt, sexuell gedemütigt und erniedrigt wird. In einem Begleittext wird dann das Werk von Ines Doujak als „kolonialistischer Sexismus“ und „getarnter Kolonialismus“ gebrandmarkt, ehe das Pamphlet tausenden Empfängern der subventionierten Gewerkschaftspostillie zugänglich gemacht wird.
So betrachtet stimmt es schon, Zensur wird da zur Nebensache, Plakat und Text lesen sich mehr wie ein Aufruf zur Lynchjustiz.
Freilich, die Kunstgewerkschafter sehen das alles ganz anders. Kritik an Plakat und Text verbittet sich! Die Denunziation Ines Doujaks ist als „ künstlerische Arbeit eines Künstlerinnenkollektivs“ zu bewerten! Und „in diese einzugreifen, wäre aus Sicht der Redaktion Zensur gewesen!“
Großes Indianerehrenwort!
Die Bildbeiträge sind völlig unabhängig.
Sprich, der Kontakt zwischen IG Bildende Kunst, Redaktion und Künstlerinnenkollektiv gleicht einer Form von Windbestäubung: Kunstgewerkschaft und Zeitungsredaktion haben mit den künstlerischen Beiträgen im Bildpunkt nichts zu tun. Ergo sind sie hierfür auch nicht verantwortlich. Die IG Bildende Kunst und ihre Redaktion bezahlt, druckt, verteilt und bewirbt sie nur. Und, man verteidigt die beiden Künstlerinnen des Künstlerinnenkollektivs (im Gegensatz zu Ines Doujak) gegen bösartige Kritik des Antist.
Eine der beiden Künstlerinnen des Künstlerinnenkollektivs ist die Kulturfunktionärin Marissa Lobo. Marissa Lobo ist nicht nur Mitglied ihres berühmten Künstlerinnenkollektivs sondern saß bis Ende 2016 auch im Vorstand der mit 500 000 Euro subventionierten WIENWOCHE die ihrerseits wieder Aufträge an zahlreiche Vorstandsmitglieder der IG Bildende Kunst vergab. So übernahmen die IG-Bildende Kunst Vorstands- und Redaktionsmitglieder Carlos Toledo und Eva Dertschei regelmäßig die grafische Gestaltung der Wienwoche. Petja Dimitrova, ehemals Vorstandsmitglied, Vorsitzende und derzeit Beirätin des Vorstandes der IG Bildende Kunst, war gleichzeitig in der künstlerischen Leitung und im Vorstand der WIENWOCHE. Von den aktuell fünf Vorstandsmitgliedern der IG bildende Kunst waren vier bei subventionierten Veranstaltungen der WIENWOCHE aktiv. Aber auch drei von fünf Beiräten des Vorstandes und sechs der sieben Redaktionsmitglieder durften sich bereits über Körberlgelder für Auftritte bei der WIENWOCHE freuen.

Relative Autonomie

Im Herbst 2016 erschien das überparteiliche Gewerkschaftsorgan Bildpunkt „als Kooperationsprojekt“ und „in freundschaftlicher Verbundenheit“ mit der Wienwoche, dem „grünen“ Pendant zum „roten“ Donauinselfest. Titel der Sonderausgabe: „Politik der Freund*innenschaft“.
 Wenn man bedenkt, dass die WIENWOCHE 2017 von rund 500 000 Euro Subvention lediglich 170 000 für künstlerische Projekte ausschüttet, kann man sich ausrechnen, wie lieb den Kunstapparatschiks die wechselseitige „freundschaftliche Verbundenheit“ ist.
Co-Autorin des Anti-Doujak Plakats und zweites Mitglied in Marissa Lobos Künstlerinnenkollektiv ist Verena Melgarejo-Weinandt. Die gebürtige Berlinerin war eine von vier Stipendiatinnen des, von der Stadt Wien mit 109 000 Euro subventionierten Vereins „Kültür gemma“. Im Leitungsteam des Vereins, welch Wunder, Marissa Lobo. Gleichzeitig leitete die Künstlerinnenkollektiv-Künstlerin Verena Melgarejo-Weinandt eine subventionierte Museumsausstellung bei WIENWOCHE. Ihre kuratorische Mitarbeiterin, WIENWOCHE-Vorstandsmitglied Marissa Lobo. In der Ausstellung zu sehen, wer will das kritisieren, die berühmten Werke von Marissa Lobo selbst. Unter anderem das vom Marissa-Lobo-Künstlerinnenkollektiv gestaltete, in „freundschaftlicher Verbundenheit“, von der Zeitschrift der IG Bildende Kunst abgedruckte und beworbene Anti-Doujak Plakat.

Kritik an derartigen Machenschaften wird von dem ehemaligen Wiener Kulturpolitiker Klaus-Werner Lobo kehrtwendend als „dreiste Unwahrheit “ auf Kosten „prekär lebende Künstler_innen“ zurückgewiesen. Dazu muss man wissen, dass der große Globalisierungskritiker Klaus Werner Lobo zu den Gründern der WIENWOCHE gehört und dort, wie Frau Lobo, im Vorstand saß. Auch Kültür Gemma wurde, man glaubt es nicht, von Herrn und Frau Lobo gemeinsam ins Leben gerufen. Um das Leben „prekär lebender Künstler_innen“ erträglicher zu machen, erhielt Kulturfunktionärin Marissa Lobo, zum Glück, 100 000 Euro für ihr Projekt „Bodies of Knowledge“ aus dem Förderprogramm SHIFT. Auf der Kulturseite der Wiener Grünen erfährt man, dass bei diesem großartigen Projekt u.a. „Gedichte auf T-Shirts“ gedruckt wurden und mit diesem „textile book“ die „schwarze diaspora“ „neu kontextualisiert“ wurde. Gründer des mit 1,5 Millionen ausgestatteten und aus dem Budget der Volksbildung abgezweigten, Subventionsprogramms SHIFT ist übrigens, man traut es sich kaum sagen, Klaus Werner Lobo.
Aber so ist das halt, wenn Lulus einen Brief schreiben.

Es „antistelt“ im Wiener Gemeinderat

Die Enthüllungen des Antist zeigen Wirkung. Das schäbige Verhalten der IG-Bildende Kunst im Zensurfall der Künstlerin Ines Doujak hatte jetzt ein Nachspiel im Wiener Gemeinderat. In der Sitzung vom 26. Januar 2017 wurde ein Förderantrag der IG Bildende Kunst über 26 000 Euro zur Finanzierung ihres laufenden Galerieprogramms von den NEOS abgelehnt und im Plenum offen in Frage gestellt.

Die Wiener NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger begründete dies damit, dass die IG Bildende Kunst ihre Vertretungsarbeit für bildende Künstler und Künstlerinnen nicht bzw. nur unzureichend erfülle. Die Politikerin stellte völlig zu recht fest, dass es nicht die Aufgabe einer Interessensvertretung sein könne, sich für die Zensur von Kunst auszusprechen. Es sei auch nicht zu akzeptieren, wenn die IG Bildende Kunst in ihrem Zentralorgan eine eigene Schmähschrift samt Hetzplakat gegen die zensurierte Künstlerin Ines Doujak veröffentliche.

Zur Erinnerung: Auf dem Plakat wird Ines Doujak von den KunstgewerkschaftlerInnen unter der Losung „Contra el Racismo“ vergewaltigt und sexuell gedemütigt. Gefördert vom Bundeskanzleramt, verschickte man dies an tausende Abonnenten und Leser im österreichischen Kunst- und Kulturbetrieb.

Beate Meinl-Reisinger kritisiert den Umgang der IG-Bildende Kunst mit Zensur

Nachdem der Antist, als einziges Medium in Österreich, diesen Skandal aufdeckte, sahen sich die subventionierten Apparatschiks der IG Bildenden Kunst gezwungen, eine offizielle Verlautbarung zu veröffentlichen. In diesem, an die holprigen Gedichte Leonid Breschnews erinnernden Text, erklärten die bauernschlauen Kunstgewerkschafter ihr Hetzplakat zum „unabhängigen…  künstlerischen Beitrag“. Im Gegenteil, so erfuhr man von den Kunst-Breschnews, wäre hier jeder Eingriff „Zensur gewesen“. Gleichzeitig erreichten E-Mails einfacher IG Bildende Kunst-Mitglieder die Antist-Redaktion, in denen sie sich für unser Engagement bedankten und die Kritik zu 100 Prozent bestätigten.

Wie lächerlich das Statement der IG Bildende Kunst über ihre „relative Autonomie“ war, sah man schon an den personellen Überschneidungen. Eine der Autorinnen des Hetzplakats war die Kulturfunktionärin Marissa Lobo. Marissa Lobo war und ist Vorstandsmitglied des von den Grünen initiierten Kulturfestivals „Wienwoche“. Die jährlich mit rund 500 000 Euro von der Stadt Wien subventionierte „Wienwoche“ unterhält wiederum langjährige wirtschaftliche Beziehungen zu Vorstands- und Redaktionsmitgliedern der IG Bildenden Kunst und ihrer Zeitung.

Aber der Förderantrag der IG Bildenden Kunst veranschaulicht auch die völlige Intransparenz, Doppelgleisigkeit und Absurdität der österreichischen Subventionspolitik.

Die IG Bildende Kunst betreibt in ihren Räumlichkeiten eine kleine Galerie. Die Galerie mit gerade mal 60 m2 Ausstellungsfläche erhält neben den 26 000 Euro der Stadt Wien weitere 27 000 Euro vom Bundeskanzleramt (samt zusätzlichen 76 000 Euro für die IG Bildende Kunst selbst). Jährlich, versteht sich. Nicht gerechnet sonstige Subventionen und Förderungen.

Mit diesen 53 000 Euro Steuergeld für den „laufenden Galeriebetrieb“ werden, laut Website der IG Bildenden Kunst, 5 Ausstellungen pro Jahr realisiert. Von diesen 5 Ausstellungen ist wiederum eines ein sogenanntes Vorstandsprojekt. Dabei „realisieren Vorstandsmitglieder“ der IG Bildenden Kunst „als Initiator_innen oder Kurator_innen ein Ausstellungsprojekt.“

Trotz üppiger Subvention gibt es jedoch für die, von auswärts, über Open Call eingereichten, und vom Vorstand der IG Bildenden Kunst ausgewählten Projekte, lediglich 1000 Euro Ausstellungsbudget und magere 500 Euro Honorar für den oder die jeweilige Kuratorin oder Kurator. Von 53 000 Euro für den Ausstellungsbetrieb landen also lediglich 7500 direkt bei der Kunst.

Kunst- und Kultursubvention fördert und stärkt, wie man sieht, vor allem die Kunst- und Kulturbürokraten. Die IG Bildende Kunst ist aber keine Ausnahme. Das Gleiche gilt für fast alle der vom Stadtsenat vorgelegten Subventionsanträge. Kaum ein Kunst- und Kulturverein der über Bund, Länder und Gemeinden nicht doppelte und dreifache Förderungen bezieht. Das führt über dutzende Kommissionen, Beiräte und Ausschüsse, in denen jeder jeden direkt oder indirekt kennt zu genau jener kunstfeindlichen Stille und hauptsächlich sich selbst reproduzierenden Kunstbürokratie, die das kulturelle Leben in Österreich prägt. Gegenwartskunst wird dadurch nicht mehr mit der Gesellschaft verhandelt, sondern mit dem kleinen, letztlich immer gleichen Kreis an Systemprofiteuren. Kunstschaffen wird  zum bürokratischen Akt degradiert. Der freie Künstler verkommt zum Bittsteller. Das Resultat sind Künstler und Künstlerinnen, die Wochen und Monate damit verbringen, Subventionsanträge zu schreiben. Bei jeder Kritik an diesem absurden System schreien die subventionierten Kunstbürokraten dann sofort von kulturellem Kahlschlag und einem Angriff auf die Freiheit der Kunst. Das Gegenteil ist der Fall. Statt finanzielle Anreize für alle Bürger zum Erwerb von Kunst und Kultur zu schaffen, verteidigt man lieber ein feudalistisches und paternalistisches Verständnis von Kunst und Kulturpolitik. Man will keinen Dialog mit 8 Millionen Bürgern und potentiellen Kunstinteressierten in Österreich. Die halbstaatlichen Kunst- und Kulturbürokraten bleiben lieber unter sich. Das nennt sich dann Antiimperialismus.

Die Idee einer kämpferischen und engagierten Interessensvertretung für bildende Künstler und Künstlerinnen ist grundsätzlich sehr sinnvoll. Eine Interessensvertretung, die als einziges Statement, zur Zensur einer Künstlerkollegin, ein Hetzplakat abdruckt, auf dem diese Kollegin sexuell erniedrigt und ihre Zensur begrüßt wird, braucht allerdings kein Mensch. Ebenso wenig brauchen wir eine Interessensvertretung, die zu einer Subventionssekte der eigenen Funktionäre verkommt und im Wesentlich nur noch sich selbst repräsentiert. Es verwundert nicht, dass, wie uns einfache Mitglieder schreiben, die IG Bildende Kunst in den letzten Jahren kontinuierlich an Einfluss und Mitgliedern verloren hat. Es ist zu begrüßen, wenn Politikerinnen wie Beate Meinl-Reisinger derartige Missstände aufzeigen und Konsequenzen fordern.
Die Kunst- und Kulturpolitik in Österreich gehört sehr grundsätzlich reformiert.
Auch wenn die Schritte noch klein sind: es beginnt zu „antisteln“ im Wiener Gemeinderat…

Weitere Texte zum Thema:
Die Lulus von der Künstlergewerkschaft
Wenn die Lulus zu brunzen beginnen

Das ist der Antist

Am 15. Dezember las die wunderbare Edita Malovcic den Antist-Text Wer die Kunst liebt, muss den Staat hassen von Lukas Pusch.
Neben dem Autor waren auch der Antist-Mitherausgeber Tomak und Künstlerfreund Filius de Lacroix unter den begeisterten Zuhörern in der mehr als vollen Loosbar.
Nun wurde ein Video mit einem kurzen Mitschnitt der spontanen Literatur-Session veröffentlicht.

Gute Stimmung bei der Lesung von Edita Malovcic in der Wiener Loosbar

Edita Malovcic liest den Antist-Text Wer die Kunst liebt muss den Staat hassen von Lukas Pusch

Gute Stimmung bei der Lesung von Edita Malovcic in der Loosbar

Selfies mit Edita Malovcic und Antist-Cover in der Loosbar

 

TOMAK, Edita Malovcic und Lukas Pusch nach der Lesung

TOMAK, Edita Malovcic und Lukas Pusch nach der Lesung

Frohe Weihnachten!

Weihnachten

O.T. (Frohe Weihnachten). Holzschnitt, Lukas Pusch, 2010